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Borderline

„Psychiatrische Diagnosen benennen zunächst Störungen oder Krankheiten und nicht den betroffenen Menschen in seiner Gesamtheit. Ausgangspunkt der Diagnose ist heute die Beschreibung von Symptomen. Sie soll damit der Zuordnung und Klärung dienen. In der Zuordnung eines Merkmals als krank ist jedoch immer auch eine Wertung enthalten und damit die Gefahr, dass die betroffene Person insgesamt abgewertet und stigmatisiert wird. Ohnehin stellt der Blick von außen, etwa durch einen Therapeuten, eine andere Perspektive dar und wird sich mehr oder weniger von den durch subjektives Erleben gekennzeichneten Sichtweisen der Betroffenen unterscheiden. Subjektivität und ‚Objektivität’ sind aber keine Gegensätze, sondern ergänzen sich im günstigen Fall zu einem ganzheitlichen Bild.

Die Borderline-Störung ist eine Erkrankung, bei der Anlage- und entwicklungspsychologische Faktoren zu einer spezifischen Anfälligkeit gegenüber emotionalem Stress führen. Dabei lassen sich Schwierigkeiten bei der Regulation von Gefühlen und bei der Kopplung von Erleben und Gefühlen bereits vor Ausbruch der Erkrankung beobachten. Die Krankheit bricht aus, wenn die zur Verfügung stehenden Fertigkeiten zur Bewältigung von lebenszyklisch gebundenen Anforderungen nicht ausreichen oder ungeeignet sind. Von der Borderline-Störung sind damit lediglich Teilprozesse betroffen und nicht die Persönlichkeit als Ganze.

Zur Klärung der Diagnose ist zu prüfen, ob die Kriterien der Diagnose erfüllt sind oder auch nicht. Es existieren leider noch unterschiedliche Kriterienkataloge, von denen die wichtigsten sich in der amerikanischen Klassifikation DSM V und der WHO-Klassifikation ICD-10 finden“ (Rahn 2008, 47ff). Die Diagnostik erfolgt in Deutschland üblicherweise anhand der DSM-V-Kriterien.

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